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SemFrieden: Abschnitt zu 2. FK fertig

Signed-off-by: Jim Martens <github@2martens.de>
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@ -166,9 +166,42 @@ Anhand dieser hier auf das Wesentliche reduzierten Diskussion wird das bereits a
Dieser Wille zur Einigung insbesondere in dieser Unterkommission ist unter anderem mit dem Scheitern der Brüsseler Deklaration zu begründen. Die Delegierten wollen durch möglichst einstimmige Abstimmungen der erarbeiteten Ordnung größtmögliches Gewicht beimessen. Die Intention aller Anwesenden war demnach klar darauf ausgerichtet zu einer konsensfähigen Einigung zu kommen. Doch es wird in anderen Sitzungen der gleichen Unterkommission ebenso deutlich, dass von den Delegierten nicht immer auf ihre Regierungen geschlossen werden kann. Dies wird später in der Analyse gerade im Hinblick auf den ersten Weltkrieg von Interesse sein. Auch die Bedeutung der Martens'schen Klausel zeigt sich in dieser Diskussion. Ohne diese Deklaration hätte es womöglich keine Einigung gegeben.
\section{Zweite Friedenskonferenz}
\subsection{Vorbereitung der zweiten Konferenz}
Die Vorbereitungen für die zweite Konferenz begannen 1904 auf Initiative des US-amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt. Die offizielle Einladung wurde schließlich 1906 von Russland an 44 Staaten (Signatarmächte der ersten Konferenz und weitere Staaten) verschickt. Die weiteren Staaten kommen bis auf eine Ausnahme aus Süd- und Mittelamerika.
Sie umfassen Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, die Dominikanische Republik, Equador, Guatemala, Haiti, Kolumbien, Nicaragua, Panama, Paraguay, El Salvador, Uruguay, Venezuela und die europäische Ausnahme Norwegen, welches 1905 unabhängig wurde. Insgesamt waren 174 Delegierte auf der Konferenz vertreten.\cite{Buss1992}
In dem Rundschreiben Russlands vom April 1906 werden die Ziele der zweiten Konferenz benannt\cite{Scott-V1-1921}:
\begin{itemize}
\item Levée en masse (Deutscher Änderungsantrag)
\item Verbesserungen der friedlichen Streitbeilegung bzgl. des Schiedsgerichts
\item Erweiterungen der Konvention von 1899 bzgl. des Landkriegs
\item Diskussion der Erneuerung einer ausgelaufenen Deklaration von 1899
\item Erstellung einer Konvention bzgl. des Seekriegs
\item Erweiterungen einer Konvention von 1899 bzgl. der Anpassung von Regeln der Genfer Konvention von 1864 für den Seekrieg
\end{itemize}
Anhand der hier sichtbaren Zielsetzung wird klar, dass die zweite Friedenskonferenz für die Landkriegsordnung eine untergeordnete Rolle spielt.
\subsection{Struktur der zweiten Konferenz}
Auch die zweite Konferenz war in verschiedene Kommissionen und Unterkommissionen unterteilt. In den folgenden Zeilen werden die Aufgabengebiete der einzelnen Kommissionen kurz umrissen.
Die erste Kommission beschäftigte sich mit den Verbesserungen für die Regeln der friedlichen Streitbeilegung, sowie um die Frage von Belohnungen im Seekrieg (engl.: "`maritime prizes"').
In der zweiten Kommission wurden die Verbesserungen für die Landkriegsordnung, einige Deklarationen von 1899, die Rechte und Pflichten von neutralen Staaten auf dem Land und der Beginn von Feindseligkeiten behandelt.
Die dritte und vierte Kommission befassten sich mit zahlreichen Fragen der maritimen Kriegführung, die für diese Analyse keine herausragende Bedeutung haben.
Aufgrund der hohen Teilnehmeranzahl wurden jedoch weitergehende Regelungen nötig im Vergleich zu 1899. So wurden in der zweiten Plenarsitzung zwölf Artikel als Geschäftsordnung einstimmig angenommen. Außerdem wurde die Redezeit jeder einzelnen Person auf 10 Minuten am Stück begrenzt, was zur damaligen Zeit eine übliche Regelung in vielen Parlamenten war.\cite{Scott-V1-1921}
Durch die Größe der Konferenz und damit auch der zweiten Kommission ist es daher im Rahmen dieses Papers nicht möglich auf die Diskussionen einzugehen. Daher wird im nächsten Abschnitt direkt mit der Analyse der fertigen Landkriegsordnung begonnen.
\section{Haager Landkriegsordnung}
\section{Auswertung}
\begin{itemize}
\item gelungene Kodifikation des vorher bereits geltenden Kriegsgewohnheitsrechts
@ -180,7 +213,6 @@ Dieser Wille zur Einigung insbesondere in dieser Unterkommission ist unter ander
\cite{Fraenkel1968}
\cite{Heffter1951}
\cite{DeutschesReich2010}
\cite{Scott1921}