[Posts] Corrected post about people policy

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@ -12,52 +12,36 @@ Versorgung würde in der Tat schlechte Leistung für Alle bedeuten und kann
nicht das Ziel sein.
Ein Blick in das Wahlprogramm der GRÜNEN deutet zwar in eine Richtung, klärt
aber die essentielle Frage zur effektiven medizinischen Versorgung nicht wirklich.
Die Qualität soll sich verbessern, es soll eine bessere Vernetzung und Versorgung
in der Fläche sichergestellt werden. Soweit ganz gut. Aber leider wird mit keinem
Wort erklärt, ob die neue Versicherung sich in der medizinischen Versorgung
an der bisherigen gesetzlichen Krankenversicherung oder an der privaten orientiert.
aber die Details nicht wirklich auf. Für ein wirkliches Verständnis, wie die
Bürger\*innenversicherung praktisch aussieht, lohnt sich daher ein Blick in
einen Flyer der Bundestagsfraktion der GRÜNEN, welcher im Jahr 2016 entstand.
Ein Abschnitt ist insbesondere interessant:
Dabei verändert die Versicherung anders als es bspw. Herr Lindner behauptet,
nicht die Struktur der Anbieterseite. Es wird keine Einheitskasse geben.
Stattdessen bleiben die bisherigen gesetzlichen Krankenkassen und privaten
Versicherungsunternehmen bestehen. Die Bürger\*innenversicherung stellt im
Endeffekt eine einheitliche Versicherungspolice mit gleichen Bedingungen dar.
"Mit der Bürger\*innenversicherung wäre Gesundheit stabil, zukunftsfest und
fair finanziert und alle Kassen würden auf Grundlage eines weniger
manipulationsan fälligen Risikoausgleichs um die beste Versorgung konkurrieren."
(Quelle: Bundestagswahlprogramm Bündnis 90/Die GRÜNEN)
Jede Kasse und jedes Unternehmen kann dabei den Beitragssatz selber anpassen
und verschiedene Leistungen anbieten. Der Beitrag darf sich aber nur nach dem
Einkommen richten und ein Wechsel zwischen verschiedenen Anbietern ist jederzeit
und ohne Nachteile möglich. Kein Mensch darf irgendwo abgewiesen werden. Es gibt
also einen Aufnahmezwang. Die Police garantiert eine hochqualitative Leistung,
da sie einen Satz an obligatorischen Leistungen enthält, die von **allen**
Anbietern bezahlt werden müssen. Arbeitgeber werden auch wieder paritätisch
an den Kosten beteiligt. Über die Basis hinaus können Zusatzversicherungen
abgeschlossen werden. Anders als bisher gibt es aufgrund des freien Wechsels
zwischen den Anbietern bei gleicher Grundversorgung und ohne Diskriminierung
erstmals einen echten und fairen Wettbewerb.
Da stellt sich doch sofort die Frage, auf welche Weise um die Versorgung
konkurriert werden kann. Geht es um eine medizinische Versorgung oder andere
Arten von Versorgung? Wenn es um die medizinische Versorgung geht, stellt
sich ernsthaft die Frage, wie Kassen ohne extra Finanzierung eine bessere
Versorgung ermöglichen können.
Um verschiedene Risikobelastungen zu vermeiden, wird es eine Umverteilung
der Einnahmen zwischen den Kassen und Versicherern geben, damit kein Anbieter
über Gebühr durch Risiken belastet ist. Anbieter mit unterdurchschnittlichen
Risiken geben also Geld ab und solche mit höherem Risiko bekommen Geld.
Das Wahlprogramm lässt auch offen, ob aktuell nur Privatpatient\*innen zugängliche
Leistungen wie freie Arztwahl, kaum Wartezeiten, sinnvolle Vorsorgeleistungen wie
professionelle Zahnreinigung in Zukunft endlich allen Patient\*innen zugänglich
sein werden oder ob der Zugang dazu quasi verboten wird.
Rein logisch muss es weiterhin möglich sein, die bestmögliche medizinische
Versorgung zu bekommen. Ansonsten wären Menschen gesetzlich daran gehindert die
beste Versorgung zu bekommen und das wäre ein Skandal. Daher bleiben eigentlich
nur zwei Umsetzungsmöglichkeiten:
- die bestmögliche medizinische Versorgung für **alle**
- Grundversorgung für **alle** und bestmögliche Versorgung als Zusatz für Leute,
die es sich leisten können
Die erste Option lässt sich kaum finanzieren.
Die zweite Option hätte zwar weiterhin zwei Klassen, aber mit dem Vorteil, dass
man sich "private" Qualität egoistisch erkaufen kann, aber solidarisch die Grundversorgung
finanziert und ohne Gesundheitscheck auf die Grundversorgung zurückgehen kann,
wenn es finanziell enger wird. Wenn Zusatzleistungen als allgemein sinnvoll
befunden werden, dann wandern sie vom Zusatzbereich in den Grundversorgungsbereich.
Eine Entnahme von Leistungen aus der Grundversorgung muss ausgeschlossen sein.
Ergo: Eine Zweiklassenmedizin wird sich nicht effektiv abschaffen lassen, außer
man zwingt alle zu einer Qualität, die nicht die beste ist.
Es sind also noch Fragen offen, die es zu klären gilt. Die Offenheit im Wahlprogramm
ermöglicht die Hoffnung, dass am Ende die richtige Option gewinnt. Ein Verbleiben
im Status Quo ist in jedem Fall nicht hinnehmbar.
Die Versicherung umfasst in Wahrheit noch viel mehr Maßnahmen. Die wichtigsten
Aspekte wurden aber hier dargelegt. Eine solche Versicherung hat viele Vorteile
ohne wirklich Nachteile entstehen zu lassen. Die Zweiklassengesellschaft wird
aufgelöst und die medizinische Versorgung verbessert.
#DarumGrün