From 51033e7edf38a63efa858cd01c747c40714df047 Mon Sep 17 00:00:00 2001 From: Jim Martens Date: Fri, 22 Sep 2017 16:11:33 +0200 Subject: [PATCH] [Posts] Corrected post about people policy Signed-off-by: Jim Martens --- ...9-21-bürgerversicherung-aber-wie.markdown | 70 +++++++------------ 1 file changed, 27 insertions(+), 43 deletions(-) diff --git a/_posts/2017-09-21-bürgerversicherung-aber-wie.markdown b/_posts/2017-09-21-bürgerversicherung-aber-wie.markdown index 62f513b..99ed5da 100644 --- a/_posts/2017-09-21-bürgerversicherung-aber-wie.markdown +++ b/_posts/2017-09-21-bürgerversicherung-aber-wie.markdown @@ -12,52 +12,36 @@ Versorgung würde in der Tat schlechte Leistung für Alle bedeuten und kann nicht das Ziel sein. Ein Blick in das Wahlprogramm der GRÜNEN deutet zwar in eine Richtung, klärt -aber die essentielle Frage zur effektiven medizinischen Versorgung nicht wirklich. -Die Qualität soll sich verbessern, es soll eine bessere Vernetzung und Versorgung -in der Fläche sichergestellt werden. Soweit ganz gut. Aber leider wird mit keinem -Wort erklärt, ob die neue Versicherung sich in der medizinischen Versorgung -an der bisherigen gesetzlichen Krankenversicherung oder an der privaten orientiert. +aber die Details nicht wirklich auf. Für ein wirkliches Verständnis, wie die +Bürger\*innenversicherung praktisch aussieht, lohnt sich daher ein Blick in +einen Flyer der Bundestagsfraktion der GRÜNEN, welcher im Jahr 2016 entstand. -Ein Abschnitt ist insbesondere interessant: +Dabei verändert die Versicherung anders als es bspw. Herr Lindner behauptet, +nicht die Struktur der Anbieterseite. Es wird keine Einheitskasse geben. +Stattdessen bleiben die bisherigen gesetzlichen Krankenkassen und privaten +Versicherungsunternehmen bestehen. Die Bürger\*innenversicherung stellt im +Endeffekt eine einheitliche Versicherungspolice mit gleichen Bedingungen dar. -"Mit der Bürger\*innenversicherung wäre Gesundheit stabil, zukunftsfest und -fair finanziert und alle Kassen würden auf Grundlage eines weniger -manipulationsan fälligen Risikoausgleichs um die beste Versorgung konkurrieren." -(Quelle: Bundestagswahlprogramm Bündnis 90/Die GRÜNEN) +Jede Kasse und jedes Unternehmen kann dabei den Beitragssatz selber anpassen +und verschiedene Leistungen anbieten. Der Beitrag darf sich aber nur nach dem +Einkommen richten und ein Wechsel zwischen verschiedenen Anbietern ist jederzeit +und ohne Nachteile möglich. Kein Mensch darf irgendwo abgewiesen werden. Es gibt +also einen Aufnahmezwang. Die Police garantiert eine hochqualitative Leistung, +da sie einen Satz an obligatorischen Leistungen enthält, die von **allen** +Anbietern bezahlt werden müssen. Arbeitgeber werden auch wieder paritätisch +an den Kosten beteiligt. Über die Basis hinaus können Zusatzversicherungen +abgeschlossen werden. Anders als bisher gibt es aufgrund des freien Wechsels +zwischen den Anbietern bei gleicher Grundversorgung und ohne Diskriminierung +erstmals einen echten und fairen Wettbewerb. -Da stellt sich doch sofort die Frage, auf welche Weise um die Versorgung -konkurriert werden kann. Geht es um eine medizinische Versorgung oder andere -Arten von Versorgung? Wenn es um die medizinische Versorgung geht, stellt -sich ernsthaft die Frage, wie Kassen ohne extra Finanzierung eine bessere -Versorgung ermöglichen können. +Um verschiedene Risikobelastungen zu vermeiden, wird es eine Umverteilung +der Einnahmen zwischen den Kassen und Versicherern geben, damit kein Anbieter +über Gebühr durch Risiken belastet ist. Anbieter mit unterdurchschnittlichen +Risiken geben also Geld ab und solche mit höherem Risiko bekommen Geld. -Das Wahlprogramm lässt auch offen, ob aktuell nur Privatpatient\*innen zugängliche -Leistungen wie freie Arztwahl, kaum Wartezeiten, sinnvolle Vorsorgeleistungen wie -professionelle Zahnreinigung in Zukunft endlich allen Patient\*innen zugänglich -sein werden oder ob der Zugang dazu quasi verboten wird. - -Rein logisch muss es weiterhin möglich sein, die bestmögliche medizinische -Versorgung zu bekommen. Ansonsten wären Menschen gesetzlich daran gehindert die -beste Versorgung zu bekommen und das wäre ein Skandal. Daher bleiben eigentlich -nur zwei Umsetzungsmöglichkeiten: - -- die bestmögliche medizinische Versorgung für **alle** -- Grundversorgung für **alle** und bestmögliche Versorgung als Zusatz für Leute, - die es sich leisten können - -Die erste Option lässt sich kaum finanzieren. -Die zweite Option hätte zwar weiterhin zwei Klassen, aber mit dem Vorteil, dass -man sich "private" Qualität egoistisch erkaufen kann, aber solidarisch die Grundversorgung -finanziert und ohne Gesundheitscheck auf die Grundversorgung zurückgehen kann, -wenn es finanziell enger wird. Wenn Zusatzleistungen als allgemein sinnvoll -befunden werden, dann wandern sie vom Zusatzbereich in den Grundversorgungsbereich. -Eine Entnahme von Leistungen aus der Grundversorgung muss ausgeschlossen sein. - -Ergo: Eine Zweiklassenmedizin wird sich nicht effektiv abschaffen lassen, außer -man zwingt alle zu einer Qualität, die nicht die beste ist. - -Es sind also noch Fragen offen, die es zu klären gilt. Die Offenheit im Wahlprogramm -ermöglicht die Hoffnung, dass am Ende die richtige Option gewinnt. Ein Verbleiben -im Status Quo ist in jedem Fall nicht hinnehmbar. +Die Versicherung umfasst in Wahrheit noch viel mehr Maßnahmen. Die wichtigsten +Aspekte wurden aber hier dargelegt. Eine solche Versicherung hat viele Vorteile +ohne wirklich Nachteile entstehen zu lassen. Die Zweiklassengesellschaft wird +aufgelöst und die medizinische Versorgung verbessert. #DarumGrün