\documentclass[10pt,a4paper,oneside,ngerman,numbers=noenddot]{scrartcl} \usepackage[T1]{fontenc} \usepackage[utf8]{inputenc} \usepackage[ngerman]{babel} \usepackage{amsmath} \usepackage{amsfonts} \usepackage{amssymb} \usepackage{bytefield} \usepackage{paralist} \usepackage{gauss} \usepackage{pgfplots} \usepackage{textcomp} \usepackage[locale=DE,exponent-product=\cdot,detect-all]{siunitx} \usepackage{tikz} \usepackage{algpseudocode} \usepackage{algorithm} \usepackage{mathtools} \usepackage{hyperref} \usepackage[german=quotes]{csquotes} %\usepackage{algorithmic} %\usepackage{minted} \usetikzlibrary{automata,matrix,fadings,calc,positioning,decorations.pathreplacing,arrows,decorations.markings} \usepackage{polynom} \polyset{style=C, div=:,vars=x} \pgfplotsset{compat=1.8} \pagenumbering{arabic} %\def\thesection{\arabic{section})} %\def\thesubsection{(\alph{subsection})} %\def\thesubsubsection{(\roman{subsubsection})} \makeatletter \renewcommand*\env@matrix[1][*\c@MaxMatrixCols c]{% \hskip -\arraycolsep \let\@ifnextchar\new@ifnextchar \array{#1}} \makeatother \parskip 12pt plus 1pt minus 1pt \parindent 0pt \DeclarePairedDelimiter\abs{\lvert}{\rvert}% \DeclarePairedDelimiter{\ceil}{\lceil}{\rceil} \newenvironment{myitemize}{\begin{itemize}\itemsep -9pt}{\end{itemize}} % Zeilenabstand in Aufzählungen geringer %switch starred and non-starred (auto-size) \makeatletter \let\oldabs\abs \def\abs{\@ifstar{\oldabs}{\oldabs*}} \makeatother \hypersetup{ colorlinks, citecolor=black, filecolor=black, linkcolor=black, urlcolor=black } \MakeOuterQuote{"} \begin{document} \author{Jim Martens (6420323)} \title{Vorlesung Geschichte der Lateinamerikanerinnen und Lateinamerikaner} \subtitle{Vorlesungsprotokoll vom 17. Mai 2017} \date{17. Mai 2017} \maketitle \section*{Geschichte der Sklaverei} Kolumbus hat den Aufbau von Handel zum Ziel. Entsprechend werden die gefundenen Gebiete als reich beschrieben. Die Karibik ist für Spanien im 15. Jahrhundert jedoch nahezu uninteressant. Die einheimische Bevölkerung stirbt aufgrund der aus Europa mitgebrachten Krankheiten fast vollständig aus. Auf dem Festland ist die Situation jedoch eine andere. Dort gibt es Gold und Silber, welche dann auch der Grund für die Kolonialisierung Südamerikas waren. Nach einer Weile wird Zucker entdeckt. Dieser Fund ändert die Geschichte Amerikas grundlegend. Denn Zucker ist quasi weißes Gold, da es zur damaligen Zeit nur sehr wenige aus Europa bekannte Zuckeranbaugebiete gab. Zucker war also wertvoll. Es gab jedoch das Problem, dass in den Gebieten, wo einheimische Bevölkerung überlebte, kein Zucker angebaut werden konnte und in den Zuckeranbaugebieten keine Bevölkerung mehr lebte. Für den Anbau wurden also Menschen benötigt. In Europa gab es damals kaum "verfügbare" Menschen. Die Lösung aus Sicht der Kolonialmächte waren Sklaven aus Afrika. Die Sklaven wurden nur zur Produktion von lukrativen Produkten verwendet. Das ging sogar so weit, dass auf einigen Karibikinseln ausschließlich Zucker angebaut wurde und die Nahrung für u.a. die Sklaven importiert werden musste. Der Fund von Zucker war demnach der Startpunkt des Sklavenhandels. Über die Dauer des Sklavenhandels kommen insgesamt rund 9,5 Millionen Sklaven vom 16. bis 19. Jahrhundert nach Amerika. Dabei kommen die meisten Sklaven im 18. und 19. Jahrhundert. Zur Zeit der Aufklärung in Europa gibt es also die Hochphase des Sklavenhandels. Lediglich während der französischen Revolution wurde unter der Herrschaft Robespierres der Sklavenhandel Frankreichs kurzfristig ausgesetzt. Die erste Abschaffung des Sklavenhandels geht nicht von Aufklärern aus, sondern von einer Sklavenerhebung in Haiti. Ebenso sind die religiösen Fundamentalisten gegen den Sklavenhandel und setzen sich im frühen 19. Jahrhundert gegen die vernünftigen und rationalen Menschen in Europa durch. Im britischen Nordamerika kommen "nur" 361.000 Sklaven an, was ungefähr 3\% der gesamten Menge aus dem Sklavenhandel sind. In der Karibik landen knapp 34-40\%. Die Karibik ist jedoch ein schlechter Ort zum Leben - für Sklaven und Europäer gleichermaßen. Die Mortalitätsrate der Sklaven dort ist sehr hoch. Ein ähnlich großer Teil der Sklaven kommt nach Brasilien. Die Mortalitätsrate von Sklaven und Europäern ist in Brasilien nicht ganz so hoch wie in der Karibik, aber deutlich höher als in den USA. Das Ende der Sklaverei erfolgte in einem dreistufigen Verfahren. Zunächst wurde der atlantische Sklavenhandel beendet. Darauf folgte das Ende der Vererbung von Sklaverei und schließlich die gänzliche Abschaffung derselben. Der atlantische Sklavenhandel bricht weitestgehend zusammen als das britische Parlament beschließt, dass die Royal Navy in brasilianische Häfen einfahren darf, um den Handel zu stoppen. Diese Drohung reicht aus, damit Brasilien den Handel einstellt. In Folge dessen steigen zunehmend Länder aus dem Handel aus. Mit dem Ende des Sklavenhandels verringert sich die Anzahl der Sklaven in Kuba und Brasilien, da aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate und ohne externen Nachschub kein nachhaltiges Wachstum möglich ist. Ganz anders in den USA: Obwohl der atlantische Sklavenhandel relativ früh beendet wird, kann sich die Sklaverei noch sehr lange halten. Dies liegt an den guten materiellen Bedingungen und damit einem Wachstum der Anzahl der Sklaven durch Geburt, sowie einer Staatlichkeit, welche die Sklaverei durchsetzen kann. Die letztendliche Abschaffung erfolgt erst nach dem Bürgerkrieg, der sich um die Frage drehte, ob die USA ein Bundesstaat oder ein Staatenbund sind und ob demnach die Sklaverei auf Bundesebene abgeschafft werden kann. Vor Beginn des Bürgerkriegs gibt es jahrzehntelang Propaganda gegen die Sklaverei. Die Frage der Sklaverei war denn auch eine große Diskussion in der US-amerikanischen Öffentlichkeit. Ein Teil der Bewegung gegen die Sklaverei waren die sog. slave narratives. \section*{Slave narratives} Die slave narratives sind buchlange Erzählungen des eigenen Lebens. Ihre Ursprünge liegen in den captivity-narratives und der Erlösungsliteratur. Sie treten hauptsächlich im 19. Jahrhundert auf, hatten aber auch schon Vorläufer im 18. Jahrhundert. Berühmte slave narratives sind z.B. "Twelve Years a Slave" von Solomon Northup aus dem Jahr 1853, "A Narrative of the life of Frederick Douglass, an American Slave" von Frederick Douglass aus dem Jahr 1845 sowie "Incidents in the Life of a Slave Girl" von Harriet Jacobs aus dem Jahr 1861. Kein eigentlicher slave narrative war "Uncle Tom's Cabin" von Harriet Beecher Stove aus dem Jahr 1852. Dieser Roman war jedoch DER Anti-Sklaverei-Roman des 19. Jahrhunderts. Bei einem slave narrative ist ein (Ex-)Sklave die erzählende Person. Die vermittelte Botschaft ist, dass ein Sklave ein Mensch und Autor seines Lebens ist. Ebenfalls zeigen diese narratives, dass sich Sklaven bilden können und Sklaverei daher moralisch schlecht und unnatürlich ist. Häufige Vorkommnisse in diesen Erzählungen sind die Trennung von Mutter und Kindern, die Trennung von Eheleuten, ungerechtfertigte Bestrafungen und der moralische Verfall der Herren. Die narratives zeigen in der Essenz die Menschlichkeit der Sklaven. Diese slave narratives gibt es in der Form nur aus den USA. Die feste Institutionalisierung der Sklaverei in den USA ist der Hauptgrund für ihre Existenz. Denn mit ihnen soll eine Debatte über die Sklaverei und mittels der Debatte eine politische Mehrheit zur Abschaffung der Sklaverei organisiert werden. In Lateinamerika entsteht eine solche Debatte nicht, da sich die Eliten dort einig sind, dass die Sklaverei abgeschafft gehört. Auch das Genre der slave narratives ensteht in Lateinamerika nicht. Lediglich drei Werke kommen in die Nähe dieser slave narratives. "El Cimarron" soll über das Leben des Esteban Montejo handeln. Die Geschichte passt jedoch sehr in die Erzählung der kubanischen Revolution. Das Werk "Biography" soll von dem Sklaven Mahommah Gardo Baquaqua handeln. Es wurde jedoch von US-Amerikanern für ein US-amerikanisches Publikum erstellt und basiert lediglich auf Unterhaltungen mit Baquaqua. Das dritte Werk wurde von Juan Francisco Manzano verfasst und kommt den slave narratives ein wenig nahe. Es wurde von einem kubanischen Sklaven geschrieben, welcher seit seiner Jugend Gedichte schrieb. Das Verfassen der Autobiografie war die Voraussetzung dafür, dass del Monte ihn freikaufte. Das Werk ist sehr nah an der Sprechfassung und wurde 1840 zunächst auf Englisch in London veröffentlicht. Die Erstveröffentlichung war also kein Text für Kuba. Es wird ebenfalls vermutet, dass nur ein Teil der Autobiografie erhalten blieb, da diese nur 45-50 Seiten ausmacht. Thematisch wird eine gute Herrin beschrieben, die eines Tages stirbt. Der neue Herr ist die Ursache für viele grausame Strafen. Ebenfalls wird die besondere Rolle der Mutter beschrieben. Aktuell gibt es drei Fassungen des Werkes: "Autiobiografie de un esclavo", welche 1975 in Madrid publiziert wurde, "The autobiography of a slave" aus Detroit im Jahr 1996 und die jüngste Fassung aus dem Jahr 2007. Man kann sagen, dass Manzano neu entdeckt wurde. \end{document}