diff --git a/geschichte/sitzungsprotokoll-20180507-osteuropa-raw.txt b/geschichte/sitzungsprotokoll-20180507-osteuropa-raw.txt new file mode 100644 index 0000000..660deed --- /dev/null +++ b/geschichte/sitzungsprotokoll-20180507-osteuropa-raw.txt @@ -0,0 +1,178 @@ +Protokoll Geschichte Osteuropa Kriege nach dem 1. WK 7. Mai 2018 + +# 0-9 min +- beim letzten Mal Kaukasus +- Kaukasus ist aus historischem Bewusstsein in Westeuropa verschwunden +- Georgien war für halbes Jahr deutsches Protektorat +- Ende des 1. WK Nationalisierung der Politik +- kleine Völker bekommen teilweise Unterstützung von Großmächten +- Nationalisierung ist im Grunde auch Brutalisierung der Politik +- inter-ethnische/nationale/religiöse Auseinandersetzungen führen nach Ende des + 1. WK zu weiteren Kriegen +- kann nicht auf 1. WK beschränkt werden +- entsprechende Situation sieht man häufig nach Ende eines Großreichs, so z.B. + nach Ende der Sowjetunion an den gleichen Stellen, wie nach dem 1. WK +- in der deutschen Geschichte kam es 1918 zu Aufständen (groß-Polen, schlesische + Aufstände) +- ähnliches ist auch bei Zerfall von Jugoslawien passiert +- man muss schauen, wer davon profitiert (politische Unternehmer) +- das gibt es auch aktuell in Katalonien oder im Baskenland +- anfänglich Beschäftigung mit Armenien + +# 10-19 min + +- 1919 formiert sich die Volunteer Army der "weißen" Gegenbewegung zu den Bolschewiken + im kaukasischen Teil Russlands +- sie ist Gefahr für alle Nationalisierungsbestreben +- Azerbaidschan und Georgien schließen Verteidigungsbündnis gegen Freiwilligenarmee +- Armenien befindet sich in Auseinandersetzung mit Azerbaidschan +- Armenien schließt Militärpakt mit der Freiwilligenarmee +- Armenien ist heute isoliert und bedarf den Schutz einer Großmacht +- dieser Pakt führt zu Auseinandersetzungen zwischen Armenien und Azerbaidschan +- 1920 gewinnen die Bolschewiken und der Partner für Armenien verschwindet +- Armenien verbündet sich mit den Bolschewiken +- geopolitische Erwägungen oftmals wichtiger als Ideologie +- Bolschewiken versuchen über Daghestan und Azerbaidschan nach Baku vorzurücken +- ab 1920 Bürgerkrieg in Türkei, schließlich wird Türkei mit Hauptstadt Ankara + gegründet +- Widerstand u.a. dadurch begründet, dass Osmanisches Reich Krieg verloren hat +- Osmanisches Reich wurde im Friedensvertrag "amputiert" +- musste Prozess hinnehmen gegen die Schuldigen für das Armenienmassaker +- nationalistische Bewegung hat sich gegen Osmanisches Reich erhoben, um sich + von Schuld frei zu waschen + +# 20-29 min + +- nationalistische Bewegung schließt sich mit Bolschewiken zusammen +- kemalistische Türkei ist für Bolschewiken das Gegenteil des reaktionären + Osmanischen Reiches +- Türkei einigt sich mit Russland auf die Eroberung von Azerbaidschan +- am 1. April 1920 tritt nicht-kommunistische Regierung von Azerbaidschan zurück +- am 28. April 1920 wird sozialistische Sowjetrepublik Azerbaidschan ausgerufen +- Armenien hat wieder ein Problem und Krieg im Herbst 1920 +- von September 1920 an marschieren die türkischen Truppen nach Armenien, um ehemals + osmanische Gebiete zurückzuerobern +- Armenier besetzen zu Georgien gehörendes Gebiet und wollen die türkischen Truppen + zu umgehen +- bevor die türkischen Truppen die Städte erreichen, gibt es Progrome der Armenier + an den Türken +- Anfang Oktober 1920 ersucht Armenien um Hilfe von Großbritannien, Frankreich + und Italien +- sie bekommen keine Unterstützung; Großbritannien, Frankreich und Italien haben + von Intervention genug +- Griechen schicken einige hundert Truppen nach Armenien + +# 30-39 min + +- Georgien wird um Hilfe gebeten +- Bolschewiken sehen Möglichkeit ihren Fuß in die Tür in Armenien zu bekommen +- Bolschewiken schlagen Armeniern Abkommen vor, welches dann zu türkisch-armenischem Friedensvertrag führt +- Türken haben Vertrag unterschrieben und marschieren weiter +- am 8. November übermittelt Türkei ihre Bedingungen +- am 18. November wird Waffenstillstand geschlossen +- am 2. Dezember wird heutige Grenze eingerichtet, Entwaffnung der Armee und Verzicht + auf Gebiete, die Armenien im Friedensvertrag mit dem Osmanischen Reich + zugesichert bekamen +- Sowjets helfen auch nicht +- am 29. November unternehmen armenische Bolschewiki einen Putsch und gelangen + an die Macht +- im Dezember marschiert 11. Rote Armee von Azerbaidschan in Armenien ein +- kurz darauf wird armenische sozialistische Sowjetrepublik ausgerufen +- ähnlich wurde mit Georgien verfahren +- in 1921 wird Bündnisvertrag von Russland und Armenien geschlossen +- damit werden alle Kompetenzen an Moskau abgegeben +- 1922 wurde Armenien, Azerbaidschan und Georgien zu der Transkaukasische Sozialistische + Föderative Sowjetrepublik +- der föderative Teil wurde schnell entfernt und zum Einheitsstaat +- im November 1922 wurde sie Teil der erst dann gegründeten Union der sozialistischen + Sowjetrepubliken + +# 40-49 min + +- Wegfall der regulierenden Großmächte +- Versuch einer einheitlichen Regelung scheitert +- nationale (kulturelle) Interessen stärker als pragmatische +- heutige Konflikte sind Abbild der Lage 1918/20 +- ideologische Auseinandersetzung überdeckt die nationale + +- Türkei muss sich mit den nationalen Grenzen arrangieren +- den Bolschewiki gelingt es nach und nach die Grenzen des ehem. russischen Reichs + wieder zu erlangen +- den Bolschewiki gelingt es die Gebiete im Kaukasus zu vereinen aber auf Kosten + der nationalen Thematik +- 1936 zerfällt die transkaukasische SSR in drei einzelne SSR +- 1936 wird die stalinistische Verfassung verabschiedet +- Frauenpolitik wird dort verändert, die Familienpolitik wird an deren Stelle gesetzt +- Rebourgoisierung der Politik +- Versuch die Familie als Unterstützung des Staates zu konstruieren +- Ziel ist Widerstandsfähigkeit des Staates gegen äußere Angriffe (Schaffung von + Kanonenfutter) +- Renationalisierung der Politik + +# 50-59 min + +- ideologische Auseinandersetzung im slawischen Raum wichtiger +- Trotzki schreibt, was bolschewistische Revolution im nationalen Kontext bedeutet + hätte +- Trotzki erklärt im Kapitel zur Oktoberrevolution, dass bürgerliche Gleichberechtigung + v.a. den Finnen nichts gebracht hätte, da diese Unabhängigkeit von Russland wollten + und nicht Gleichstellung mit den Russen +- auch die formale Demokratie hätte nichts gebracht, da die anderen Nationalitäten + nicht gefördert worden wären + +# 60-69 min + +- in Ukraine gab es linke politische Bewegung, die formale Gleichberechtigung + mit dem Rest Russlands wollte +- am 17. März 1917 hat progressive Bewegung Konferenz einberufen, um politische Vertretung + zu schaffen +- am 7. April gibt es erste Beschlüsse des Zentralrats der Ukraine +- sie möchte für Autonomie der Ukraine mit legalen Mitteln kämpfen +- Einladung an dem Zentralrat teilzunehmen +- andere linke Parteien schlossen sich an +- Ziel war Autonomie im Rahmen eines demokratischen, föderalen russischen Staates +- am 23. Juni 1917 proklamiert Zentralrat die Autonomie der Ukraine +- es wird allukrainisches Parlament gefordert, welche Gesetze erlassen könnte, + die dann später von der allrussischen Vertretung bestätigt werden müsste +- provisorische Regierung weiß nicht, wie sie Macht gestalten soll +- Krieg geht weiter +- Gespräche zwischen Zentralrat und Regierung in Petrograd gehen immer hin und her +- schließlich wird dem zugestimmt und dies in einem Universal vom Zentralrat + verkündet +- Regierung nennt sich "Generalsekretariat" der Ukraine +- drittes Universal ist Erklärung der Selbstständigkeit +- viertes Universal ist Erklärung der Unabhängigkeit im Januar 1918 + +# 70-79 min + +- neue Gremien versuchen ihren Platz zu finden und sich mit anderen Kräften + zu einigen +- nach Februarrevolution hat der russische Staat keine wirkliche Führung mehr +- Oktoberrevolution-Regierung erlässt Dekrete zur Umsetzung ihrer Versprechen +- Deklaration nach den anderen Dekreten: + 1. Gleichheit und Souveranität der Völker Russlands + 2. Recht der Völker Rußlands auf freie Selbstbestimmung, bis hin zu einer Loslösung + und Bildung eines selbstständigen Staates. + 3. Aufhebung aller und jeglicher nationaler und nationalreligiöser Privilegien und Einschränkungen. + 4. Freie Entfaltung nationaler Minderheiten und ethnographischer Gruppen, die das Gebiet Russlands bewohnen. + +- Abtrennungsfreiheit der Nationen nur Übergangsperiode auf dem Weg hin zur + Verschmelzung der Nationen + +# 80-89 min + +- Finnland nimmt Abspaltung in Anspruch und das wird genehmigt +- danach Unterstützung der sowjetischen Revolution +- zwei Stadien: Loslösung in bürgerlicher Phase und Verschmelzung in sowjetischer + Phase +- Kaledin errichtet Freistaat der Don-Kosaken, hält sich nicht lange +- Bolschewiki verlangen von Ukraine das Vorgehen gegen Don-Kosaken +- Ukraine weigert sich, weil sie das nicht interessiert +- Bolschewiki verlangen die gleiche Anerkennung wie sie die provisorische + Regierung genoss +- Ukraine erklärt, dass die sowjetische Regierung eine russische Regionalregierung + sei und die Ukraine daher keine Befehle von dort entgegennähme +- weil es in Russland postrevolutionäre Regierung gebe, gelte kein Recht mehr auf + Abtrennung (nach Lenin) +- es kommt zu Krieg Russlands gegen die Ukraine +-