diff --git a/geschichte/sitzungsprotokoll-20161027-rom-fließtext.tex b/geschichte/sitzungsprotokoll-20161027-rom-fließtext.tex new file mode 100644 index 0000000..53b3094 --- /dev/null +++ b/geschichte/sitzungsprotokoll-20161027-rom-fließtext.tex @@ -0,0 +1,137 @@ +\documentclass[10pt,a4paper,oneside,ngerman,numbers=noenddot]{scrartcl} +\usepackage[T1]{fontenc} +\usepackage[utf8]{inputenc} +\usepackage[ngerman]{babel} +\usepackage{amsmath} +\usepackage{amsfonts} +\usepackage{amssymb} +\usepackage{bytefield} +\usepackage{paralist} +\usepackage{gauss} +\usepackage{pgfplots} +\usepackage{textcomp} +\usepackage[locale=DE,exponent-product=\cdot,detect-all]{siunitx} +\usepackage{tikz} +\usepackage{algpseudocode} +\usepackage{algorithm} +\usepackage{mathtools} +\usepackage{hyperref} +\usepackage[german=quotes]{csquotes} +%\usepackage{algorithmic} +%\usepackage{minted} +\usetikzlibrary{automata,matrix,fadings,calc,positioning,decorations.pathreplacing,arrows,decorations.markings} +\usepackage{polynom} +\polyset{style=C, div=:,vars=x} +\pgfplotsset{compat=1.8} +\pagenumbering{arabic} +%\def\thesection{\arabic{section})} +%\def\thesubsection{(\alph{subsection})} +%\def\thesubsubsection{(\roman{subsubsection})} +\makeatletter +\renewcommand*\env@matrix[1][*\c@MaxMatrixCols c]{% + \hskip -\arraycolsep + \let\@ifnextchar\new@ifnextchar + \array{#1}} +\makeatother +\parskip 12pt plus 1pt minus 1pt +\parindent 0pt +\MakeOuterQuote{"} + +\DeclarePairedDelimiter\abs{\lvert}{\rvert}% +\DeclarePairedDelimiter{\ceil}{\lceil}{\rceil} + +\newenvironment{myitemize}{\begin{itemize}\itemsep -9pt}{\end{itemize}} % Zeilenabstand in Aufzählungen geringer + +%switch starred and non-starred (auto-size) +\makeatletter +\let\oldabs\abs +\def\abs{\@ifstar{\oldabs}{\oldabs*}} +\makeatother + +\hypersetup{ + colorlinks, + citecolor=black, + filecolor=black, + linkcolor=black, + urlcolor=black +} + +\begin{document} +\author{Jim Martens (6420323)} +\title{Vorlesung Römische Geschichte 1: Römische Republik} +\subtitle{Vorlesungsprotokoll vom 27. Oktober 2016} +\date{27. Oktober 2016} +\maketitle + +\section*{Quellen} + +Ein wichtiger Bereich für die Geschichtsforschung sind immer die Quellen. Für den Zeitraum der Römischen Republik gibt +es etliche Quellen. Allgemein können sie in literarische und nicht-literarische Quellen aufgeteilt werden. Zu den nicht-literarischen +Quellen gehören beispielsweise archäologische Funde. Im Folgenden wird der Fokus jedoch auf den literarischen Quellen liegen. + +Einige der bekanntesten Schriftstücke für den Zeitraum stammen von Cicero. Es gibt jedoch viel mehr Autoren und Schriftstücke. +Zu Beginn der Republik war Latein noch nicht als Literatursprache geeignet, weswegen auch die römische Geschichtsschreibung in +Griechisch erfolgte. Aus der Zeit stammen griechische Fragmente, die Aufschluss über die frühe Geschichte Roms geben können. +Erst später fangen die Römer an aus dem Griechischen ins Lateinische zu übersetzen. Livius Antonius beispielsweise übersetzt +die Griechische Odyssee ins Lateinische. + +In der römischen Geschichtsschreibung ist besonders die Annalistik interessiert. Dort wird nach den Konsuln datiert. Dies geschieht, +indem das Jahr und die beiden gewählten Konsuln genannt werden und anschließend nur noch auf die Konsuln referenziert wird. +Dies kann bspw. so lauten (frei erfunden): "Unter Konsul Antonius haben wir eine Reise nach Athen gemacht. Später wurde Athen unter +Konsul Julius Teil der römischen Einflusssphäre". Mithilfe der sog. Fasten konnten auch normale Bürger Roms eine Form von +Geschichtsschreibung tun. Auf den Plätzen standen diese Fasten mit den aktuellen Konsuln und jeder konnte Ereignisse dort notieren. + +Weitere literarische Werke sind jene von Livius (nicht Livius Antonius), Plutarch, Plautus und Terenz. Livius lebte erst in augustinischer +Zeit und berichtet somit rückblickend über die Republik. Aufgrund seines schönen Schreibstils stellte er alle vorigen Quellen bzgl. +der Frühgeschichte Roms in den Schatten. Er entwarf im Prinzip eine "Mastergeschichte" des frühen Roms. Plautus und Terenz sind +römische Komödienautoren. Dies macht sie interessant, da Komödien eine wichtige Quelle für die Sozialstruktur in Rom sind. Die Werke +von Naevius und Ennius sind ebenfalls zu erwähnen. Sie sind Epiker bzw. "Nationaldichter". + + +\section*{Besiedlung Italiens} + +Italien wurde vor der Eroberung durch Rom von verschiedenen Gruppen bevölkert. Die Etrusker sind bspw. ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. +in Italien greifbar und sie sind eine vorindoeuropäische Gruppe. Ihr Kerngebiet erstreckte sich von Rom im Süden bis zum Fluss Arno im Norden, +sowie von der westlichen Mittelmeerküste bis zum Appennin-Gebirge. Bereits ab 1000 v. Chr. sind indogermanische bzw. indoeuropäische +Gruppen in Italien belegt. +Die Kelten siedelten im Norden Italiens und die Griechen im Süden. Im Nordosten (beim heutigen Venedig) waren die Veneter und Illyrer +ansässig. Letztere siedelten auch an der Küste des heutigen Balkans. + +Die Griechen siedelten in Kolonien bzw. Städten, die jeweils Ackerbau und Handel betrieben. Mit den Griechen und der Idee der Polis +kam auch die Stadtkultur nach Italien. Es gab jedoch kein griechisches Reich. Der Siedlungsbereich der Griechen wurde zwar Magna Graecia +(Großgriechenland) genannt, meinte jedoch ebenfalls kein Reich. Eine solche Reichsgründung gab es erst unter den Hellenen (Alexander der +Große). Die einzelnen Städte befanden sich eher untereinander in Konkurrenz und hatten häufiger Krieg miteinander als zusammen gegen +äußere Bedrohungen. Neben dem südlichen Italien war auch Sizilien für die Griechen von Wichtigkeit. Dort stoßen sie mit den Kathargern +zusammen, die im Westen der Insel siedelten, was später zu Konflikten führte. + +\subsection*{Etrusker} + +Von diesen Gruppen sind die Etrusker besonders interessant, da sie den größten Kontakt mit den Römern hatten und vieles der etruskischen +Kultur in Rom eine Fortführung erfuhr. Die Etrusker betrieben Erzbergbau und Handel. Ihre wichtigen Städte waren Capua, Palestrina und Veji. +Im 6. Jhd. expandierten die Etrusker nach Norden und Süden (Latium). Sie gehen auch ein Bündnis mit den Kathargern gegen Griechenland ein. +Dieser Konflikt mit den Griechen schwächt die Etrusker und führt zum Machtverlust des etruskischen Adels in Rom, sodass Rom schließlich +die Chance nutzt und sich von den Etruskern löst. Dabei zieht sich der Zerfall der Etrusker vom 5. Jhd. bis zum 3. Jhd. v.Chr. +Insbesondere Angriffe Roms auf Veji, dem religiösen Zentrum der Etrusker, und ein Galliereinfall, der etruskische Kulturgegenstände zerstört, +setzen den Etruskern schwer zu. + +Frauen besaßen bei den Etruskern ein hohes Sozialprestige. Es stellt sich aber die Frage, inwieweit dieses Prestige mit der heutigen Stellung +von Frauen vergleichbar ist und woran die Höhe des Prestiges gemessen wird. Die vorindoeuropäische Sprache der Etrusker ist nicht verständlich. +Interessant ist vor diesem Hintergrund aber, dass etliche Fresken und Bilder der Etrusker griechische Formensprache benutzten. + +\subsection*{Gründung Roms} + +Zur Gründung Roms gibt es unterschiedliche Theorien. Die Hauptfrage ist, ob Rom allmählich gegründet wurde oder es eine feste Gründung +(Synoikismos) gab. Mit Sicherheit kann gesagt werden, dass 753 v. Chr. nicht das Gründungsjahr von Rom war. Falls eine feste Gründung +überhaupt stattfand, so geschah das erst gegen 600 v.Chr. Die Position von Rom ist strategisch sehr günstig gelegen. So führt die Salzstraße +direkt an Rom vorbei. Trotz der späten Stadtgründung von Rom gibt es bereits im 9. Jhd. v. Chr. deutliche Siedlungsspuren auf dem Hügel Palatin. +Archäologische Funde gab es am Forum Buarium, am Südhang des Kapitols und am Forum Romanium. + +\section*{Mythengeschichte} + +Neben der tatsächlichen Geschichte Roms gibt es auch etliche Mythen, die bereits zu damaliger Zeit als solche erkennbar waren. Die Römer sollen demnach +auf die Trojaner zurückgehen. Die Stadt Rom wird auf den Kriegsgott Mars zurückgeführt. Caesar und Augustus leiten ihren Stammbaum auf die +Göttin Venus zurück. + +Das Jahr 753 v.Chr. wird später als das Jahr der Himmelfahrt von Romulus gesetzt und damit der mythologische Startschuss für die Gründung Roms. + +\end{document} \ No newline at end of file