From c059b0f837b0a51425c4e978aa2562bb1e6b86a3 Mon Sep 17 00:00:00 2001 From: Jim Martens Date: Sun, 21 Aug 2016 16:43:27 +0200 Subject: [PATCH] Gamescombericht verfasst Signed-off-by: Jim Martens --- _posts/2016-08-21-gamescom-bericht.markdown | 117 ++++++++++++++++++++ 1 file changed, 117 insertions(+) create mode 100644 _posts/2016-08-21-gamescom-bericht.markdown diff --git a/_posts/2016-08-21-gamescom-bericht.markdown b/_posts/2016-08-21-gamescom-bericht.markdown new file mode 100644 index 0000000..913e233 --- /dev/null +++ b/_posts/2016-08-21-gamescom-bericht.markdown @@ -0,0 +1,117 @@ +--- +layout: post +title: "Gamescom 2016 - Mein Bericht" +date: 2016-08-21 14:00:00 +0200 +categories: games +--- + +## Anfang + +Wie in den vergangenen Jahren war ich auch dieses Jahr wieder auf der Gamescom. +In diesem Jahr gab es zum ersten Mal Pre-Entry-Tickets, mit denen man bereits um +9 Uhr in die Messe kam. Das hat mir erlaubt einige Eindrücke zu sammeln, die mir +andernfalls verwehrt geblieben wären. Direkt nach Öffnung der Messe bin ich zum Stand +von CD Projekt Red gegangen und habe Gwent angespielt. Nach insgesamt 3 Spielen +kann ich es definitiv empfehlen. Die Übersetzung von Singleplayer zu Multiplayer +ist gut gelungen und es macht Spaß. + +## Elex + +Anschließend bin ich zum Stand von THQNordic (vormals Nordic Games) gegangen. +Dort habe ich Elex angespielt. Es konnte ein kleiner Bereich bespielt werden. +Der Großteil der Welt war unzugänglich. Die Lichteffekte sehen sehr gut aus. Auch +das Depth of Field ist gelungen. Die Texturen sind jedoch nicht so hochauflösend, +wie man es vielleicht gerne hätte. An einigen Stellen gab es noch Grafikfehler. +Beispielsweise veränderte sich an einer Stelle die Textur immer, wenn man sich +etwas gedreht hat. Das Wasser ist nicht schlecht, aber auch nicht so glaubwürdig, +wie bei The Witcher 3. Es reagiert kaum auf den Spieler. Stellenweise gibt es +eine große visuelle Strömung, die aus dem Nichts kommt. In diesem konkreten +Fall gibt es einen kleinen See, von dem aus Wasser durch einen kleinen Wasserfall +in einen tiefer gelegenen See strömt. Allerdings hat der obere See keinen Zufluss +und müsste somit eigentlich leer laufen oder zumindest den Wasserfall stoppen. +Jedoch ist der Wasserfall wohl nicht korrekt simuliert, sondern lediglich +eine Effekttapete ohne echtes Wasser. + +Bis zu dem Punkt ist das jedoch verschmerzbar, wenn der Rest des Spiels sehr gut +ist. Die Charaktere sahen zwar allesamt einzigartig aus (Eindruck, keine Gewissheit), +aber der Weltausschnitt war auch ein sehr kleiner, sodass dies nicht wirklich +eine Aussage über das ganze Spiel macht. Jedoch hatten die Gesichter kaum einzigartige +Features wie Falten. Zudem waren sie sehr weiß und sahen nicht wirklich wie +echte Gesichter aus. Witcher 3 war hier deutlich besser und hat mit Sicherheit +mehr Charaktere in der Hauptstory als Elex insgesamt hat. Die Stimmen der vorhandenen +Charaktere waren OK und in Teilen ähnlich zu Gothic-Spielen. Die Dialoge hatten +den klassischen Ruhrpott-Charm und natürlich gab es auch wieder einen Torwächter. +In diesem Fall von der Kuppelstadt, welche von den Klerikern kontrolliert wird, +und in die man nur mit einem Passierschein hereinkommt, den man natürlich nicht +hatte. Die Aufteilung in Kleriker, Outlaws, Berserker und Albs erinnert sehr +an Gothic-Zeiten. Die Outlaws repräsentieren dabei ziemlich stark die Söldner +und Banditen des Neuen Lagers und die Berserker die Sektenanhänger. Kleriker +entsprechen am ehesten den Gardisten/Magiern des Alten Lagers, während die Albs +keine Entsprechung haben. + +Der Zugang zur Kuppelstadt war sodann mit einer Quest verknüpft, die sich +nicht lösen ließ aufgrund des begrenzten Bereichs, aber schon einmal Lust +auf mehr machte. Allerdings ließ sich auch schon wieder das typische Bring/Hol-Muster +erkennen. Auch die Dialogsequenzen waren sehr eintönig und vergleichbar mit +Oblivion bzw. Gothic 1-3. Inwieweit dies auch im fertigen Spiel so sein wird, +bleibt offen, aber bei Witcher 3 gab es ähnliche Dialogsequenzen nur für die +unwichtigsten Charaktere (z.B: Händler, Schmiede). Alle Dialoge mit Questbezug +hatten Kamerafahrten und das vom kleinsten Nebenquest bis hin zur Hauptquest. + +Die Fortbewegung war an sich relativ flüssig, wenn auch teilweise der Charakter +nicht das machte, was per Tastaturkommando befohlen wurde. Das Kampfsystem +war von allem das schwächste Glied. Es war sehr schwergängig und nicht einfach +durchschaubar. Die Entwickler kamen mit dem System jedoch scheinbar gut zurecht. +Das spricht dafür, dass man es erlernen kann. Die ideale Lösung wäre also ein +flüssigeres Kampfsystem (z.B. wie bei Witcher 3) gepaart mit einer guten +Einführung in die Kampfmechaniken. Idealerweise ist diese Einführung eingebettet +in die Story - wie es bei Witcher 3 der Fall war. + +Alles in Allem ist das Spiel interessant genug, um weiter verfolgt zu werden. +Ein Must-Have ist es aber nicht. Piranha Bytes muss erst einmal liefern und +ein mechanisch gutes Spiel (Risen, Gothic 2) mit einer guten Story verknüpfen. +Das wird schwieriger denn je, denn die Welt soll 1,5 mal so groß sein wie Gothic +3 und dort hatten sie bereits Probleme die Welt mit Inhalten zu füllen - das +Bugdebakel mal außen vor gelassen. + +## Star Citizen + +Nach Elex gings weiter zum Stand von Star Citizen in Halle 9, welcher dieses +Jahr größer ausfiel und von Intel gesponsert wurde. Dort wurden einige kleine +Goodies verteilt und vor allem konnte man die aktuelle Live-Version spielen. +Für Star Citizen-Backer war ein Anstehen daher unnötig. Dennoch gab es zeitweise +1,5h Wartezeit. + +Der Hauptfokus war natürlich auf dem Star Citizen-Event am Freitagabend +im Gloria-Theater. Für SC-Neulinge und die Presse war die Präsentation sicherlich +ein Wow-Faktor und rein faktisch gesehen war das Gezeigte schon echt geil. +Emotional war die Präsentation aber nicht der Wow-Faktor, der erwartet wurde. +Das liegt u.a. an SC selbst. Die durchgehend hohe Qualität von SC von selbst +den kleinsten Dingen erhöht die Messlatte signifikant. Auch die öffentliche +Entwicklung sorgt dafür, dass viele Dinge bereits bekannt sind. Damit eine +Präsentation noch einen Wow-Faktor erzeugen kann, muss sie daher eine Weltprämiere +sein und Dinge zeigen, die selbst die treuesten Fans noch nicht kennen. Die gezeigten +Dinge müssen zusätzlich erheblich über dem Erwartungsniveau liegen. Eine durchgehend +hohe Qualität macht es insofern schwierig solche Wow-Momente zu erzeugen. + +Als kleines Erklärbeispiel sei der initiale Promotrailer im Oktober 2012 zu nennen. +Damals war das Gezeigte so unerwartet, aus dem Nichts und besser als alles Vorhandene, +dass es einen regelrecht weggehauen hat. Ich war im Februar 2013, als ich es sah, +auf jeden Fall umgehauen davon. Heute ist das jedoch kalter Kaffee, denn der +Standard von Star Citizen ist heute visuell um Meilen besser. + +Die Citizencon im Oktober verspricht so ein Wow-Moment zu werden, da dort +die nächste Generation der prozeduralen Planetengenerierung gezeigt werden soll. +Die erste Generation ist grafisch noch nicht umhauend, aber die Technik ist +sagenhaft. In der zweiten Version scheint jetzt die Grafik nachzuziehen und +damit könnte die Enthüllung die Gaming-Schlagzeilen beherrschen. + +## Abschluss + +Wie jedes Jahr ist das Gamescom-Erlebnis jedoch maximal durchschnittlich, da +es kaum Sitzmöglichkeiten gibt, viel zu viele Leute in der Messe sind und die +interessantesten Spiele nicht anzutreffen sind. Beispielsweise war Mass Effect +Andromeda nicht vertreten und das Spiel soll bereits Anfang nächstes Jahr herauskommen. +Ich kann nur hoffen, dass sie eine Bombenpräsentation vorbereitet haben, die +sie dann kurz vorher droppen und die dadurch für einen massiven Hype sorgt, der +die lange Entwicklungszeit finanziert.