From 70bca30dad1639366219b48c6841f12462960860 Mon Sep 17 00:00:00 2001 From: Jim Martens Date: Sat, 24 Aug 2019 18:46:02 +0200 Subject: [PATCH] =?UTF-8?q?Reisebericht=20=C3=BCber=20Wuppertal=20erstellt?= MIME-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8 Content-Transfer-Encoding: 8bit Signed-off-by: Jim Martens --- ...2019-08-24-reisebericht-wuppertal.markdown | 48 +++++++++++++++++++ 1 file changed, 48 insertions(+) create mode 100644 _posts/2019-08-24-reisebericht-wuppertal.markdown diff --git a/_posts/2019-08-24-reisebericht-wuppertal.markdown b/_posts/2019-08-24-reisebericht-wuppertal.markdown new file mode 100644 index 0000000..92da49d --- /dev/null +++ b/_posts/2019-08-24-reisebericht-wuppertal.markdown @@ -0,0 +1,48 @@ +--- +layout: post +title: "Wuppertal - wo Schiffe schweben" +date: 2019-08-24 10:00:00 +0200 +categories: blog +--- + +Leichter Wellengang bei sommerlichen Temperaturen. Solche Wetterberichte kenne ich von Küstenregionen, +an Wuppertal habe ich da eher nicht gedacht. Dennoch kann ich die Fahrt mit der Schwebebahn +so beschreiben. An den Haltestellen schwenkt die Bahn seitlich leicht hin und her - ähnlich +wie Schiffe am Kai. + +Die Schwebebahn in Wuppertal war für etliche Monate gesperrt, seit Anfang August fährt sie wieder. +In gut 30 Minuten schwebt sie von Vohwinkel nach Oberbarmen bei einer Höchstgeschwindigkeit +von 40 km/h. Auf einem Großteil der Strecke folgt sie der Wupper, die dem Wuppertal +den Namen gibt. Tatsächlich ist hier ein ganzes Tal zu einer Stadt zusammengewachsen - formal und faktisch. + +Das heutige Rathaus steht im Ortsteil Barmen, der Hauptbahnhof in Elberfeld. Ich war sichtlich überrascht, +als ich zum ersten Mal den Namen Elberfeld gelesen habe: Eine ganze Stadt scheint hier in Vergessenheit +zu geraten. Dabei lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit: Im Tal der Wupper arbeiteten Tausende von Menschen +und haben eine ganze Region vorangebracht. Das Bindeglied in die Vergangenheit ist die Schwebebahn. Sie fuhr +bereits 1901 und ist damit älter als die U-Bahn in Hamburg, welche erst 1912 den Betrieb aufnahm. + +Bei meinem Aufenthalt in Wuppertal habe ich auch den Zoo besucht; der Grüne Zoo Wuppertal macht seinem Namen +alle Ehre: Nachhaltigkeit wird großgeschrieben, aktuell entsteht die größte Vogelvoliere in Europa. +Der Zoo liegt an einem Hang, entsprechend werden viele Höhenmeter überwunden. Diese einzigartige Lage war +für mich bei Sommertemperaturen durchaus herausfordernd, dafür wurde ich mit einem sagenhaften Blick +belohnt. Neben der unfreiwilligen Sporteinlage waren auch die Wespen ein Ärgernis, passenderweise waren sie +ausgerechnet in der Nähe der Tiger am stärksten vertreten. + +An vielen Stellen war ich auch den Tränen nahe, denn die Infos über bedrohte Tierarten ist sehr bedrückend. +Wenn ich diese mit den Bränden des Amazonas verbinde, dann kann ich fast nur verzweifeln. Besonders +bedrückend: Es gibt kein Wissensproblem, sondern ein Handlungsproblem. In dem Zoo wurde mir dies nochmals +sehr klar und bestärkt mich in meinem Kampf gegen die bevorstehende Klimakatastrophe. + +Keine Sorge, es war nicht alles Doom und Gloom: Im Zoorestaurant Okavango +habe ich Nudeln mit Tomatensauce gegessen. Das Essen war nicht nur lecker, +das Okavango beschäftigt auch behinderte Menschen und leistet damit seinen +Anteil den Zoo wahrhaft grün und nachhaltig zu machen. + +Das Luisenviertel durfte bei meinem Besuch nicht fehlen. Nach Besuch des Zoos +bin ich durch das Villenviertel zurück zur Schwebebahn und mit dieser zum +Luisenviertel gefahren. Nach kurzem Spaziergang habe ich bei warmen Temperaturen +zwei Kugeln Eis in der besten Eisdiele Wuppertals verspeist. + +Die Schwebebahn ist das verbindende Element im Wuppertal - historisch, geographisch +und sozial. Ich kann eine Fahrt mit diesem lebenden Technikdenkmal nur wärmstens +empfehlen.